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  • Grundlegendes Mailserver Setup unter Linux

    Da mein virtueller Linux-Server noch genug Resourcen offen hat, bin ich von meinem Webpack kurzerhand komplett auf den Server gezogen. Alleine schon um Kosten zu sparen, da ich das Webpack nicht noch zusätzlich zum Server bezahlen will.

    Einziger Nachteil ist, dass der "Plug and Play"-Effekt des Webpacks wegfällt und man sich komplett selber um die Administration kümmern muss. Dementsprechend ist man quasi gezwungen sich auch um die Thematik Mailserver zu kümmern, außer man möchte keine E-Mails mehr über eigene Domains empfangen und versenden. ;)

    Nach einigem Experimentieren und Testen bin ich schließlich bei folgender Konfiguration gelandet, mit der ich soweit vom Resourcenverbrauch und der Performance bisher sehr zufrieden bin:

    Mailserver Konfiguration mit Postfix, Courier und virtuellen Benutzern

    Die Benutzer haben dabei zwar ein eigenes Mailbox-Verzeichnis auf dem Server, existieren im System aber nur virtuell über die Datenbank - genauso wie die Domains, zu denen E-Mails akzeptiert werden. Die Abbildung ist dabei nur schematisch, eigentlich sind Postfix wie auch Courier nochmal auf mehrere Module aufgesplittet.

    Als Mail Transfer Agent benutze ich Postfix, der sich wie die Bezeichnung schon erahnen lässt, rein um die Transportabwicklung der E-Mails kümmert. Dabei wird bei eingehenden E-Mails z.B. geprüft, ob der Versender in einer Spam-Blacklist steht und ob die Zieladresse auf dem eigenen Server wirklich existiert. Je nachdem wird die E-Mail an dieser Stelle dann direkt abgewiesen oder akzeptiert.

    Sollte die E-Mail gültig sein ruft Postfix anschließend Procmail, einen sogenannten Mail Delivery Agent, auf und übergibt die E-Mail an diesen. Procmail selber lässt die Mail dann auch noch durch den Spamfilter Spamassassin laufen und stellt sie danach dem jeweiligen Empfänger zu. Falls die E-Mail als Spam markiert wurde, landet die E-Mail dabei im Spam-Ordner statt im normalen Posteingang.

    Die Postfächer lassen sich per Courier abrufen, von dem die POP3- und IMAP-Module installiert sind. Courier überprüft bei der Anmeldung ob der Benutzer wirklich existiert bzw. ob die Anmeldedaten stimmen, und liefert im positiven Fall anschließend den Inhalt des Postfachs. Zusätzlich kann man damit zum Beispiel die Ordner im Postfach verwalten.

    Als Webmailer kommt Roundcube zum Zuge, welches den Zugriff auf die Postfächer per IMAP sowie den E-Mailversand über SMTP per Webzugriff ermöglicht. Roundcube ist in meinen Augen dazu noch schöner anzusehen und etwas praktischer als die Alternative Squirrelmail, letztendlich ist es aber wohl Geschmackssache was man benutzen will, wenn man überhaupt einen Webmailer benötigt.

    Beim E-Mail Versand ist nur Postfix beteiligt. Dieser kümmert sich um die (SMTP-) Anmeldung desjenigen, der die E-Mail versenden will und überprüft ob der Versender wirklich versenden darf - also in diesem Fall, ob der Benutzer in der Datenbank ist und das Passwort stimmt. Das letztgenannte ist dabei einer der wichtigsten Punkte dieser Thematik die man immer im Hinterkopf behalten sollte. Sollte man nämlich durch eine Fehlkonfiguration des Mailservers den E-Mailversand ohne Anmeldung ermöglichen, hat man ein Open Relay geschaffen, bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis der eigene Server für Spam- und Virenversand mißbraucht wird.

    Auf ein konkreteres HowTo verzichte ich an dieser Stelle, diese gibt es im Netz nämlich bereits zu genüge - relativ gute Tutorials findet man zum Beispiel bei HowtoForge.

    Daniel, 24. Juli 2009 um 15:13 Uhr // 0 Kommentare

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